Fraunhofer IPM weiht neues Gebäude ein

Presseinformation / 02. Oktober 2020

Exzellente technische Infrastruktur, ein modernes Arbeitsumfeld und nachhaltige Architektur auf einer Nutzfläche von 7700 Quadratmetern: Am 1. Oktober weihte das Freiburger Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM sein neues Institutsgebäude ein. Rund 40 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Industrie, darunter Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und die neue Universitätsrektorin Prof. Dr. Kerstin Krieglstein, kamen zur Eröffnung auf den »Campus Am Flugplatz«.

Neubau-Einweihung des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik IPM am 1.10.2020
© Holger Kock/Fraunhofer IPM
Bürgermeister Prof. Dr. Martin Haag, Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Institutsleiter Prof. Karsten Buse, Universitätsrektorin Prof. Dr. Kerstin Krieglstein und Fraunhofer-Vorstand Andreas Meuer (v.l.n.r.) beim Durchtrennen des »Roten Bands« im Foyer des Neubaus
Neubau des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik IPM, Freiburg
Das neue dreigeschossige Gebäude von Fraunhofer IPM auf dem »Campus Am Flugplatz« in unmittelbarer Nähe zur Technischen Fakultät der Universität Freiburg.

Bereits 2012 begannen die Planungen für das dreigeschossige Gebäude in der Georges-Köhler-Allee. »Der Campus entwickelt durch die enge Zusammenarbeit der exzellenten Universität Freiburg mit starken außeruniversitären Forschungs-, Entwicklungs- und Transferpartnern eine enorme Dynamik mit bundesweiter Strahl- und Anziehungskraft«, betont Institutsleiter Prof. Dr. Karsten Buse in seiner Begrüßungsrede »Wir sind sehr froh und dankbar, dass die hochmotivierte Belegschaft von Fraunhofer IPM jetzt Arbeitsbedingungen hat, die sonst nur wenige Einrichtungen und Konzerne auf der Welt realisieren können – Wohlfühlatmosphäre plus Hightech.«

Der Neubau hat ein Investitionsvolumen von 43,1 Millionen Euro, die als Sonderfinanzierung von Bund und Land jeweils zu 25 Prozent und zu 50 Prozent aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) getragen werden. Das Bauvorhaben ist die größte Einzelmaßnahme, die im Rahmen des EFRE in der Förderperiode 2014 – 2020 vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg unterstützt wird. Für die Erschließung und Erstausstattung des Instituts wurden von Land und Bund je 50 Prozent Sonderinvestitionsmittel in Höhe von insgesamt weiteren 14 Millionen Euro bereitgestellt.

Für die Fraunhofer-Gesellschaft als Bauherrin ist es das größte Bauvorhaben der vergangenen Jahre in Baden-Württemberg. Freiburg gehört mit fünf Fraunhofer-Instituten und mehr als 2500 Beschäftigten zu den größten Fraunhofer-Standorten. Fraunhofer-Vorstand Andreas Meuer dankte Ministerin und Bürgermeister für die Unterstützung des Bauprojekts. »Exzellente Forschung braucht Platz. Und das Fraunhofer IPM braucht diesen Platz dringend, um zum Beispiel Pilotinstallationen für Industriekunden zu testen«, sagte Meuer. »Das Institut setzt die Idee des Fraunhofer-Modells mit seiner Nähe zur Industrie vorbildlich um.«

Mehr Kapazität für Innovationen: kleine und mittlere Unternehmen profitieren

»Das neue Institutsgebäude stärkt Forschung, Entwicklung und Innovationskapazitäten und ermöglicht eine noch intensivere Einbindung insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen in Innovationsprozesse. Der Neubau ist daher eine hervorragende Basis für die nachhaltige Fortführung der Erfolgsgeschichte des IPM«, sagte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. »Das Institut trägt mit seiner Forschung maßgeblich dazu bei, dass Unternehmen ihren Energie- und Ressourceneinsatz minimieren, Prozesse digitalisieren und gleichzeitig Qualität und Zuverlässigkeit maximieren können.«

Das Land hat bereits mit der Förderung des 2015 gegründeten »Leistungszentrums Nachhaltigkeit« (LZN) die Bedeutung des Wissenschaftsstandorts Freiburg unterstrichen. Das LZN, eine Kooperation der Albert-Ludwigs-Universität und der Freiburger Fraunhofer-Institute, bündelt Forschung auf dem Gebiet nachhaltiger Technologien und kooperiert dazu auch mit weiteren Wissenschaftseinrichtungen vor Ort wie etwa dem Öko-Institut oder der Hahn-Schickard-Gesellschaft. Den ingenieurwissenschaftlichen Kern des Leistungszentrums bildet das Institut für Nachhaltige Technische Systeme (INATECH), an dem Fraunhofer IPM mit einer Professur vertreten ist.

»Campus Am Flugplatz« als optimale Umgebung für den Wissenstransfer

Wie wichtig die enge Anbindung der Fraunhofer-Institute an die Universität ist, betonte auch Prof. Kerstin Krieglstein, die an ihrem ersten Arbeitstag als neue Rektorin der Universität Freiburg an der Veranstaltung teilnahm. »Der Campus Am Flugplatz ist die optimale Umgebung, in der sich innovative Spitzenforschung mit wirksamem Transfer in die Wirtschaft verbindet«, sagte Krieglstein. Als Stellvertreter der Stadt Freiburg betonte Bürgermeister Prof. Dr. Martin Haag die Bedeutung von Fraunhofer für die Stadt. »Die fünf Freiburger Fraunhofer-Institute stärken den Standort Freiburg und sind Treiber für eine nachhaltige Wirtschaft«, sagte Haag. »Innovative und am Grundsatz der Nachhaltigkeit orientierte Forschung findet idealerweise in nachhaltig gebauten Räumlichkeiten statt. Dies ist hier im Neubau gegeben.«

Der Entwurf des Gebäudes mit der charakteristischen Keramik-Fassade stammt vom Architekturbüro kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH mit Sitz in Köln und Leipzig. Eine Lichtinstallation des Künstlers Tobias Rehberger, der ebenfalls an der Einweihung teilnahm, nimmt das Thema Optik als Kunst am Bau in den Blick.

 

Über Fraunhofer IPM

Fraunhofer IPM entwickelt optische Messtechnik und Messsysteme für den Einsatz in der Produktionskontrolle, der Objekt- und Formerfassung oder der Gas- und Prozesstechnologie und forscht auf dem Gebiet thermischer Energiewandler. 2019 betrug der Haushalt des Instituts etwa 20 Millionen Euro, davon entfielen mehr als 40 Prozent auf Forschungsprojekte für die Industrie. Messsysteme von Fraunhofer IPM definieren in vielen Fällen den Stand der Technik in Bezug auf Geschwindigkeit und Genauigkeit. In der Produktion, bei der Überwachung von Infrastruktur aber auch in der Umwelttechnik führen die Messsysteme von Fraunhofer IPM zu höherer Produktivität, weniger Ausschuss, reduziertem Energiebedarf und höherer Zuverlässigkeit. Außerdem entwickelt das Institut hocheffiziente Wärmepumpen, ohne schädliche Kältemittel. Die Kompetenzen von Fraunhofer IPM werden in Baden-Württemberg, deutschlandweit und auch international stark nachgefragt. Der Umsatz des Instituts ist seit der Entscheidung für den Neubau 2012 um 70 Prozent gestiegen; die Belegschaft wuchs um 50 Prozent auf heute 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf dem neuen Areal ist nach der Realisierung des Baukörpers A Platz für zwei weitere Gebäude; der Baukörper B befindet sich bereits in der Antragsphase.