Forschungsprojekt GRID_FUSE gestartet
Sensorik zur Online-Überwachung von Wasserstoffreinheit
Grüner Wasserstoff ist von Natur aus rein. Auf dem Weg von der Herstellung zum Verbraucher kann es jedoch zu Verunreinigungen kommen, die die Wasserstoffinfrastruktur beschädigen und die Verwendung in Brennstoffzellen beeinträchtigen. Im Forschungsprojekt GRID_FUSE, das im Juni startete, entwickelt Fraunhofer IPM Sensorik für die kontinuierliche Überwachung der Wasserstoffreinheit. Ziel des Projekts ist ein kostengünstiges Sensorarray, das mehrere Messmethoden kombiniert, um Verunreinigungen im sub-ppm-Bereich zu detektieren.
Grüner Wasserstoff, gewonnen per Elektrolyse mithilfe von Ökostrom, ist eine saubere Sache – fürs Klima, aber auch, was die Reinheit des so erzeugten Gases betrifft. Allerdings kommt es bei der Herstellung, beim Transport oder der Speicherung von grünem Wasserstoff nicht selten zu Verunreinigungen. Spuren von Sauerstoff und Feuchte im Wasserstoff haben gravierende Auswirkungen auf die Effizienz, Sicherheit und Lebensdauer wasserstoffführender Systeme: Geringe Verunreinigungen in Wasserstoff-Brennstoffzellen und Elektrolyseuren senken die Leistung, verringern die Lebensdauer und erhöhen das Explosionsrisiko. Restfeuchte im Wasserstoff lässt Rohrleitungen und Armaturen korrodieren und Metalle verspröden; bei ultra-tiefen Temperaturen, z. B. an Wasserstoff-Tankstellen, können Ventile vereisen. Die Reinheit von Wasserstoff als Kraftstoff ist daher durch eine ISO-Norm geregelt und darf nicht mehr als 5 ppm (part per million) betragen.
Kostengünstiges Sensorarray für flächendeckendes Monitoring:
Bisher wird die Qualität von Wasserstoff mithilfe von Gaschromatographen und Spektrometern kontrolliert. Letztere sind in der Lage, auch sehr geringe Sauerstoffkonzentrationen und Restfeuchte nachzuweisen. Diese Messmethoden sind zeitaufwändig, teuer und ermöglichen lediglich punktuelle Reinheitsprüfungen. Ein kostengünstiges Sensorarray soll in Zukunft die Wasserstoffreinheit an kritischen Punkten der Infrastruktur kontinuierlich und in Echtzeit überwachen und dabei vor allem Verunreinigungen durch Wasser und Sauerstoff detektieren. Die Forschenden am Fraunhofer IPM kombinieren im Rahmen von GRID_FUSE Ultraschallsensoren, Wärmeleitfähigkeitsmesstechnik und Ultraschalldurchflussmesser in einer Sensoranordnung. Die fusionierten Sensordaten werden mithilfe KI-basierter Fusionsalgorithmen analysiert, um den Reinheitsgrad des Gases präzise bewerten zu können. Zur Charakterisierung der Sensoren wird am Fraunhofer IPM ein druckdichter Messplatz für den Nachweis von Wasserstoff-Verunreinigungen bei kleinen Flüssen aufgebaut.
Informationen zum Projekt GRID_FUSE
GRID_FUSE – Sensorarray zur kontinuierlichen Überwachung von Verunreinigung in grünem Wasserstoff an kritischen Stellen im Wasserstoffnetz
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.
- Projektträger: ptj
- Projektkoordination: Fraunhofer IPM
- Projektlaufzeit: 01.06.2026 bis 31.05.2029