Im Projekt SEAGRASS-3D entwickeln wir gemeinsam mit Forschungspartnern eine innovative Messtechnik für das Monitoring von Seegraswiesen. Mithilfe einer Kombination aus drohnengetragenem bathymetrischem LiDAR und ROV-basiertem LiDAR soll es erstmals möglich werden, die Wasseroberfläche, die Wassersäule, den Seegrasbestand und das Sediment dreidimensional, hochaufgelöst und flächendeckend zu erfassen. Der LiDAR-basierte Ansatz wird eine grundlegende messtechnische Lücke beim Seegrasmonitoring schließen. Mit den heute üblichen kamerabasierten und hydroakustischen Verfahren ist eine hochauflösende und gleichzeitig flächendeckende Erfassung von Seegras nicht möglich. Die kollaborativen LiDAR-Systeme sollen es ermöglichen, konsistente 3D-Modelle von Seegraswiesen in kürzeren Zeitintervallen als bisher zu erstellen. Ziel ist es, einen neuen Stand der Technik für die Dokumentation, Bewertung und das langfristige Monitoring von Seegrasökosystemen erreichen.
Hintergrund
Seegraswiesen zählen zu den ökologisch und gesellschaftlich wichtigsten Küstenökosystemen. Sie erhöhen die Biodiversität, stabilisieren Sedimente, verbessern die Wasserqualität und speichern langfristig Kohlenstoff („Blue Carbon“). Zugleich reagieren sie sehr empfindlich auf Umweltveränderungen wie Nährstoffeinträge, mechanische Belastungen, steigende Temperaturen und hydrodynamische Extremereignisse. Quantitative und zeitlich hochaufgelöste Zustandsdaten sind daher entscheidend für einen wirksamen Schutz von Seegraswiesen.